|
|||
|
|
|||
|
Ende der 1950er-Jahre wurde in Moosbrunn, rund
25 km südlich von Wien, ein ca. 80 Hektar großes Gelände zum Bau einer
Kurzwellensendeanlage angekauft, die heute insgesamt elf Antennen und sieben
Sender umfasst. Zunächst wurden die 5 alten Kleinsender vom Bisamberg nach Moosbrunn, welche in einer provisorischen Baracke aufgestellt wurden. Kurz vor Weihnachten 1959 begann der Programmbetrieb. Ein neu bestellter 50 kW-Sender ging am 4. September 1960 in Betrieb, wobei auch eine neue Rundstrahl-Reusenantenne zum Einsatz kam. Ab 1961 standen auch Rhombus-Richtantennen mit fünf Abstrahlrichtungen nach Übersee zur Verfügung. Im Herbst 1964 begannen die Bauarbeiten für ein dauerhaftes Sendergebäude, welches für einen späteren Ausbau für bis zu 10 Sender konzipiert war. Die Betriebsaufnahme der ersten beiden Sender von je 100 kW Leistung war am 1. Mai 1966. Der 50 kW-Sender aus dem Provisorium übersiedelte ebenfalls in das neue Haus, wurde auf 100 Kilowatt aufgerüstet und am 5. März 1967 in Betrieb gesetzt. Zu Jahresbeginn 1969 nahm ein 4. Sender mit 100 kW Leistung den Betrieb auf. Drei neue leistungsstarken Antennenanlagen (Drehstandantenne, Doppelwandantenne, Quadrantantenne) sowie der erste 300/500-Kilowatt-Sender gingen 1983 in Betrieb und verbesserten die Empfangsmöglichkeiten erheblich. 1984 wurde der in Aldrans bei Innsbruck demontierte 10 kW-Sender nach Moosbrunn verfrachtet. Ein zweiter 300-/500-Kilowatt-Sender vervollständigte im Dezember 1987 die Aufrüstung der Sendeanlagen. Zu Jahresbeginn 1993 wurden zudem zwei der alten Steuersender durch neue 100 kW-Sender ersetzt. Die beiden verbliebenen 100 kW-Sender standen als Ersatz bei Wartungsarbeiten und als Reserve im Störungsfall zur Verfügung, ehe sie im September 2000 gegen neue Sender ersetzt wurden.Seit dem 2. Mai 2005 werden Sendungen in DRM (Digital Radio Mondiale) ausgestrahlt, wobei ein Sender im 31m-Band in Richtung UK (295°) mit Programmen von Fremdanbietern zum Einsatz kommt. Überdies wird das ORF-Programm abends auf 6155 kHz in Rundstrahlung digital ausgestrahlt (Sendeleistung jeweils 50 kW). |
|||
![]() Das Gelände südlich des Ortes Moosbrunn ist ziemlich sumpfig. Nach längeren Regenperioden stehen überall Pfützen und man muss aufpassen, nicht im Morast einzusinken. Für die Ausbreitung der Kurzwellen ist dieser Umstand allerdings ideal. |
|||
![]() |
|||
| Antennen | |||
| Reusenantennen | |||
![]() Die größere Reusen-Rundstrahlantenne. |
|||
![]() Die (kleinere) 2. Reusen-Rundstrahlantenne. |
|||
| Logarithmisch-periodische Antenne | |||
![]() Die logarithmisch-periodische Antenne ist auf einem drehbaren Mast angebracht. Wegen der etwas steileren und breiteren Abstrahlcharakteristik wird sie zur Versorgung nicht sehr weit entfernter Gebiete eingesetzt (Osteuropa, Nahost, Nordafrika, Südwesteuropa, Nordamerika-Ost), wobei alle KW-Bänder von 49m bis 13m benützt werden können. |
|||
![]() |
|||
![]() |
|||
| Rhombusantennen | |||
|
Die alte Antennenanlage war durch 4 Rhombusantennen bestimmt. Dieser Antennentyp benötigt zwar viel Platz, bietet aber bei einfacher Bauweise eine hohe Effizienz, vor allem für die Versorgung weit entfernter Gebiete, da die Sendeenergie damit in einer relativ flachen und schmalen Keule abgestrahlt wird. Die Rhombusantennen kommen im Frequenzbereich zwischen dem 31m- und 13-Band zum Einsatz. Eine Rhombusantenne besteht aus zwei symmetrisch gespeisten, parallel zur Erdoberfläche laufenden Drähten, die aufgespreizt und wieder zusammengeführt werden. Die Schenkellänge sollte etwa 3 Lambda der längsten Wellenlänge betragen; im gegenständlichen Fall etwa 130 m. Der Spreizwinkel beträgt im gegenständlichen Fall 28°. Der Gewinn liegt damit bei rund 8,5 dB. Die Bauhöhe sollte etwa eine halbe Wellenlänge sein. Man unterscheidet die am Ende offene Version, welche bidirektional strahlend ist, und die - häufiger verwendete - geschlossene Variante, welche unidirektional strahlt, jedoch am Ende einen Abschlusswiderstand von 750 bis 900 Ohm benötigt, dessen Belastbarkeit etwa die Hälfte der HF-Leistung des Senders betragen sollte. Statt dieses Abschlusswiderstandes wird jedoch häufig eine so genannte Schluckleitung aus Widerstandsdraht mit mindestens der 6-fachen Wellenlänge verwendet, an deren Ende ein Schluckwiderstand angeschlossen ist, dessen Belastbarkeit dann nur einen Bruchteil der Sendeleistung betragen muss. In Moosbrunn befinden sind Rhombusantenne für
folgende Senderichtungen: |
|||
![]() Diese Rhombusantenne ist in nach 56° (Ostasien/Australien; Blickrichtung Osten, Einspeisepunkt am Mast vorne) bzw. 236° (Südamerika; Einspeisepunkt am Mast hinten) ausgerichtet. |
|||
![]() Die beiden mittleren Maste, an denen die Antenne die größte Spreizung besitzt. |
|||
![]() Befestigung der 3 Antennendrähte an einem der mittleren Masten. |
|||
![]() Die Anspeisung mit einer "Hühnerleiter" (= offene Zweidrahtleitung) stellt bei Rhombusantennen die günstigste Lösung dar, weil der Wellenwiderstand dieser Leitung mit 600 Ohm annähernd jener der Antenne entspricht. |
|||
![]() |
|||
![]() Antennenumschalter mit Speiseleitungen. |
|||
![]() Entweder wird die Antennenanspeisung auf den Sender geschaltet oder - bei Anspeisung auf der Gegenseite - auf die Schluckleitung. |
|||
![]() Die beiden Speiseleitungen rechts verbinden die Antennenumschalter mit dem Sendergebäude. An den Stangen links befindet sich eine Speiseleitung (mit größerem Leitungsabstand) zur Verbindung der beiden Anspeisepunkte und eine eine dreifach gefaltete Schluckleitung (mit engerem Leitungsabstand), die nur bis zur Mitte der Antennenanlage reicht. |
|||
![]() Die südlichste und nach Süden ausgerichtete Rhombusantenne. Sie ist nur für die Strahlrichtung 175° (Südafrika) vorgesehen und wird daher nur am Mast im Hintergrund gespeist. Am Mast im Vordergrund hängt eine dreifach gefaltete Schluckleitung, die nur bis zur Mitte der Antennenanlage reicht. Die Länge der Antennenanlage in Senderichtung beträgt ca. 260 m, die Breite ca. 65 m. |
|||
| Quadrantantennen | |||
![]() Die Quadrantantenne stellt eine steil strahlende Antenne mit annähernder Rundumcharakteristik dar, womit gegenüber den Reusenantennen auch der Nahbereich besser versorgt werden kann. Die Quadrantantenne besteht aus 2 in ihrem Einspeisepunkt um 90° geknickte Käfigreusen- Ganzwellendipole. |
|||
![]() In Moosbrunn befeinden sich 2 Quadrantantennen-Systeme, die in einem Abstand von 92,3m (Anspeisepunkte) aufgebaut sind. Sie sind für die Frequenzbereiche 5/6 MHz (im Vordergrund, Höhe über Grund 22m) und 7/9 MHz (im Hintergrund, Höhe über Grund 14,3m) ausgelegt. |
|||
![]() Die Anspeisung erfolgt über eine Umschalteinrichtung, die sich in der Mitte der beiden Antennensysteme befindet, und von wo eine gemeinsame Speiseleitung zum Sendergebäude führt. Die maximale Sendeleistung beträgt 300 kW. |
|||
![]() Reusen-Speiseleitungen zu den Käfigreusen der 5/6 MHz-Quadrantantenne. |
|||
![]() |
|||
| Doppelwandantenne | |||
![]() Zwischen 2 je 60 m hohen und in einer Entfernung von 72,5 m stehenden Fachwerkmasten sind ein Reflektornetz und beidseitig davon je ein gleichartiges Antennenfeld aus jeweils 4 x 4 Halbwellen-Faltdipolen aufgespannt. |
|||
![]() |
|||
|
|||
| Drehstandantenne | |||
![]() Auf einem Schienenkreis mit 85m Durchmesser laufend lässt sich diese 320 Tonnen schwere und 76 m hohe Antenne in jede Himmelsrichtung drehen. |
|||
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
| letzte Änderung: 06.05.2006 |
|
|
| [nach oben] [einmal zurück] [Homepage] |