Die Linzer Stadtautobahn


über eine widerspenstige Autobahn
Die einzige "richtige" Stadtautobahn in Österreich ist die A7 in Linz. Die ursprünglichen Pläne der "Reichsautobahnen" sahen nur vor, nach Linz einen etwa 5 km langen Zubringer zu bauen. Im Fernverkehr sollte Linz dagegen im Osten umfahren werden.
Ende der 1950er-Jahre begann die Stadt Linz, einen Schnellstraßenring im engeren Stadtbereich zu errichten. 1961 begann der Bau einzelner Abschnitte, die zwar getrennte Richtungsfahrbahnen aufwiesen, aber bis auf weiteres auch von Radfahrern und landwirtschaftlichen Fuhrwerken benützt werden durften. Erst mit der Fertigstellung des schon von den "Reichsautobahnen" begonnenen Zubringers wurden die Abschnitte am 1. Oktober 1964 zu Autostraßen erklärt, blieben aber Stadtstraßen.
1968 übernahm sie der Staat als Schnellstraßen. Der Ausbau wurde fortgesetzt und mit dem Bundesstraßengesetz 1971 wurde die A7 geschaffen.
Die Fertigstellungstermine der Abschnitt der heutigen A7 im Linzer Stadtgebiet
Datum Abschnitt

Länge

24-10-1964

Kn Linz (A 1) - ASt Linz-Salzburgerstraße

4229 m

21.12.1971 ASt Linz-Salzburgerstraße (niveaufreier Ausbau)  
Ausbau zw. ASt Linz-Salzburgerstraße und Knoten Hummelhof vor Benennung als Autobahn
   1941 Bau der Hanuschstraße 2000 m
   1967 Hanuschstraße - Verbreiterung und Trennung der Richtungsfahrbahnen  
   13-08-1962 Knoten Hummelhof - Spur IV 1000 m
   ...12-1962 Knoten Hummelhof - Spur I 950 m
   1963-1965 Knoten Hummelhof - Spur II 400 m
   28.11.1972 Knoten Hummelhof - Spur III 600 m
   1965-1977 Knoten Hummelhof - Querspange 450 m

01-09-1971

ASt Linz-Salzburgerstraße - ASt Linz-Hummelhof [Benennung als A7]

2032 m

09-02-1978

ASt Linz-Hummelhof - Ostbrücke (rechte RFB)

ca. 1400 m

14-10-1978

ASt Linz-Hummelhof - Ostbrücke (linke RFB)

 
11-10-1965 Wankmüllerhofstr. - VOEST-Kreuzung / Ostbrücke (rechte RFB) 1300 m
10-07-1963 VOEST-Kreuzung - Füchselstraße 800 m

09-02-1979

Ostbrücke - prov. ASt Linz-Franckstr. (inkl. Ostbrücke linke RFB)
[nach Eröffnung Benennung des Abschnitts als A7]

ca. 1100 m

13.11.1979 ASt Linz-VOEST (Fertigstellung)  
12/1965 prov. ASt Linz-Franckstraße - prov. AS Linz-Semmelweisstraße

ca. 1400m

01-09-1971

prov. ASt Linz-Franckstraße - prov. AS Linz-Semmelweisstraße
[Benennung als A7]

 

30-11-1972

prov. AS Linz-Semmelweisstraße - ASt Linz-Hafenstraße

ca. 1700 m

16-12-1972

ASt Linz-Hafenstraße - ASt Linz-Urfahr

795 m

20-12-1974

ASt Linz-Urfahr - ASt Linz-Dornach (rechte RFB)

1925 m

31-10-1975

ASt Linz-Urfahr - ASt Linz-Dornach (linke RFB)

 
 
Der Zubringer der "Reichsautobahnen" 1939-1942
Linz gehörte zu jenen Städten des "Dritten Reiches", denen besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde (Linz war "Wahlheimatstadt" Hitlers). Dies war mit großen Industrieansiedlungen und damit einem starkem Bevölkerungszuwachs verbunden. Linz war die einzige Stadt Österreichs, in denen die NS-Planer umfangreiche Bauvorhaben verwirklichten.

Zur "Inszenierung" gehörten auch umfangreiche Verkehrsbauten. Der Fernverkehr in West-Ostrichtung sollte etwa 7 km südlich des Stadtkernes, und somit damals noch weit außerhalb der Stadt, vorbei geführt werden. Von dieser Strecke sollte eine Autobahn östlich an Linz vorbei Richtung Prag gebaut werden. Zur Anbindung der Stadt an die Autobahn war ein etwa 4 km langer "Zubringer" vorgesehen.

An insgesamt 10 Brückenbauwerke wurde bis 1942 gearbeitet. Es gelangte jedoch nur ein begehbarer Durchgang zur Fertigstellung (im Bild links). An den übrigen Bauten wurden Widerlager und Pfeiler begonnen und bis zu 3/4 des Bauumfanges hergestellt.

 


Für 4 Brücken wurden bis 1942 die Widerlager zu einem erheblichen Teil fertig gestellt. Zwischen 1962 und 1964 wurden die Brücken vollendet. Der Autobahnquerschnitt für den Zubringer wurde von den "Reichsautobahnen" wesentlich breiter geplant war als für eine 4-streifige Autobahn notwendig gewesen wäre, da beiderseits eine breite Nebenfahrbahn für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden sollte. Die Heutige Fahrbahn hat einen Regelquerschnitt von 28,5 m. Die Widerlager ragen darüber beiderseits etwa 3 m hinaus.

Eröffnung des "Autobahnzubringes" am 24. Oktober 1964.

Das Ende des "Autobahnzubringers" am 24. Oktober 1964. Innerhalb von nur etwa 2 Jahren wurde dieses etwa 4 km lange Straßenstück auf Basis der Vorarbeiten der "Reichsautobahnen" fertiggebaut. Es endete vorerst an einer niveaugleichen Kreuzung mit der damals noch so genannten "Salzburger Reichsstraße".
 
Der "Schnellstraßenring" 1961-1971

Plan, erschienen in den "Oberösterreichischen Nachrichten"
vom 5. März 1958
Nach dem Krieg ergaben sich durch die genannten Umstände neben den Bombenschäden große Probleme: Viele Bauvorhaben waren unvollendet, viele Einwohner lebten in Barackensiedlungen und sonstigen Notunterkünften, die verkehrstechnische Erschließung der Neubaugebiet war unvollständig und völlig unzureichend.
Man entwickelte daher schon frühzeitig einen ambitionierten Generalverkehrsplan, der als wichtigstes Element einen Schnellstraßenring im Süden und Osten von Linz zur Erschließung der dortigen neuen Wohn- und Industriegebiete dienen sollte.

Im April 1961 begannen die Bauarbeiten für den Schnellstraßenring mit der Errichtung der "Spur IV". Mit dem etwa 1 km langen und am 13. August 1962 eröffneten Straßenstück wurde eine neue Ausfallstraße geschaffen.


Ausbauzustand im südlichen Bereich des Schnellstraßenringes Ende 1965

Die "Spur IV" am Tag der Eröffnung (13. August 1962).

Die Brücke über die Muldenstraße wurde ursprünglich für eine breite Stadtstraße errichtet.

Im Zuge des Ausbaus der Hanuschstraße zur Autobahn wurde die Brücke über die Muldenstraße einseitig verbreitert, wie an der Färbung des Widerlagers und der Trägeranordnung zu erkennen ist.

Brückenbauwerke am Knoten Hummelhof (Foto vom Februar 2004): Die Hanuschstraße wurde 1961 neben der künftigen Autobahn neu gebaut und dabei abgesenkt. Darüber entstanden die Rampen "Spur IV" (ganz hinten, am Bild durch Behelfsbrücke ersetzt), vorne die Doppelbrücke der Querspange der Schnellstraße (im August 2004 abgetragen, da durch neue Brücke ersetzt) und ganz oben die "Spur III" (im März 2004 abgetragen, da durch neue Brücke ersetzt).

Auffahrt zum Knoten Hummelhof nach der "Westbrücke" im Sommer 2003.

Am 10. Juli 1963 wurde die VOEST-Kreuzung "zeitgemäß" (niveaugleich) mit der Haupteinfahrt in das Werksgelände (im Bild unten inks) neu gebaut. Bis 1965 wurden beiderseits Straßenäste des geplanten Schnellstraßenringes errichtet. Von einer Autobahn war damals noch nicht die Rede.

Bau des südlichen Tragwerks der "Ostbrücke" im Sommer 1965.

Die "Ostbrücke" im Herbst 2003.

Ca. 1968 begann man mit der Niveaufreimachung der Kreuzung der Autobahn mit der Salzburger Straße.
 
Aufstufung zur Autobahn A7 und Ausbau seit 1971

Dieser 1965 eingereichte Entwurf der Donauquerung sah eine Stockbrücke vor, bei der die beiden Richtungsfahrbahnen übereinander geführt werden sollten.

Am 16. Dezember 1972 wurde die "VÖEST-Brücke" dem Verkehr übergeben. Den Namen trägt sie von dem in Linz ansässigen Stahlunternehmen, das die Brücke gebaut hat. Die Schrägseilbrücke ist insgesamt 407 m lang, wobei die größte Stützweite (über das Donaubett) 215 m beträgt. Das Tragwerk wiegt 6300 Tonnen, die von 3 Seilbündeln aus durchschnittlich 24 Seilen zu je 69 mm Durchmesser, die an einem 65 m hohen Stahlpylonen befestigt sind, getragen werden. Die Gesamtbreite inkl. angebautem Geh- und Radweg beträgt 35 m.

Nach der Eröffnung der rechten Richtungsfahrbahn zwischen ASt Linz-Hummelhof  und Ostbrücke am
9. Februar 1978.

Nach der Niveaufreimachung der VOEST-Kreuzung und Erklärung zur Autobahn am 9. Februar 1979.

zuletzt geändert: 12.02.2005


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