Die Dolomitenpässe



Nirgendwo in den Alpen findet man wohl auf so kleinem Raum eine derart große Anzahl von wirklich großartigen Bergstraßen wie in den Dolomiten. Die Dolomiten erstrecken sich vom Eisacktal im Westen bis zum Plöckenpass (1360 m) im Osten. Die Nordgrenze wird durch die Talfurche des Puster- und Drautales bestimmt. Kennzeichnend für die Dolomiten ist, dass sie aus meist isoliert stehenden Gebirgsstöcken bestehen. Das Gestein ist Kalk, wodurch die Berge sehr zerklüftet sind - mit steilen Felsflanken.

Das Befahren der Großen Dolomitenstraße (Grande Giro delle Dolomiti) ist die die wohl schönste Pässetour, die man an einem Tag bewältigen kann.
Diese Straße wurde am Beginn des 20. Jahrhunderts auf Betreiben des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins angelegt, wobei das 50-jährige Regierungsjubiläum von Kaiser Franz-Josef I. 1898 zum Anlass des Baus genommen wurde. Allerdings spielten zu dieser Zeit auch militärische Gründe eine wichtige Rolle. Diese Straßenverbindung verlief nur wenige Kilometer nördlich der damaligen Grenze zu Italien. Schon wenige Jahre nach der Fertigstellung der Straße erfüllte die Straße ihren militärischen Zweck, als in den Dolomiten ein erbitterte Stellungskrieg tobte.
Nach dem 1. Weltkrieg fiel Südtirol an Italien und die Straße wurde fortan touristisch genutzt.

Die beliebteste Dolomitenrundfahrt (Rundenlänge 31 km) verläuft über Sellajoch (2214 m), Grödnerjoch (2121 m), Campolongopass (1875 m) und Pordoijoch (2239 m; 33 Kehren auf der Ostrampe). Die Straßen sind für PKW hervorragend ausgebaut, nur die zahlreichen Busse haben in einigen Kehren Probleme.

<<< Auffahrt zum Sellajoch
Ausgangspunkt ist das zur Provinz Trient gehörige Fassatal. Schon nach wenigen Kilometern erreicht man eine Verzweigung: Rechts geht es zum Pordoijoch - mit 2239 m der höchste Dolomitenpass, doch oben eher wenig spektakulär. Die Westrampe (steil) ist wegen der Aussicht empfehlenswert, die Ostrampe wegen der 33
Kehren (aber nicht steil).
Es empfielt sich aber der "Umweg" um den Sellastock: Ab der Abzweigung geradeaus gelangt man einigen Kehren auf das Sellajoch (2214 m). Oben herrscht bei Schönwetter Volksfeststimmung, da es selten in den Alpen einen mit Auto erreichbaren Punkt mit derartig grandiosem Ausblick gibt (rechts hinten die 3342 m hohe Marmolada).
Auf einer herrlichen Terrasse über dem hinteren Grödnertal gelangt man nach wenigen Kilometern zum Grödnerjoch (2121 m). Von hier kann über Corvara und den Campolongosattel (1875 m) wieder die Große Dolomitenstraße bei Arraba erreicht werden.
Corvara im Val di Badia (Gadertal) vor der Kulisse des Sassóngher (2665 m) von der Nordrampe des Campolongopasses aus gesehen.

Am Falzaregopass mit einem der Cinque Torri (Fünf Türme).  Am Rifugio di Valparola, dahinter das 3077 m hohe Massiv von le Cunturines.
Landschaftlich wunderschön ist auch die Strecke von Cernadoi am Fuße des Pordoijoches nach Cortina d'Ampezzo über den Falzaregopass (2117 m).
 
Nicht versäumen sollte man aber nicht den nur wenige Kilometer langen Abstecher direkt von der Passhöhe zum Passo di Valparola (2192 m).


<<< zwischen Rifugio di Valparola und Falzaregopass liegt "Tra i Sassi" (Zwischen den Felsen).
Hinter Cortina d'Ampezzo geht es südlich des Monte Cristallo (Bildmitte) vorbei über den Passo Tre Croci (1809 m, rechts im Bild) ins Cadore-Tal.
Doch zuvor gibt's eine Abzweigung; die Dolomitenstraße gelangt hinauf zum 1757 m hoch gelegenen Misurinasee (Col San Angelo). Von hier kann man über eine Mautstraße zur Südwand der Drei Zinnen fahren. Die Staatsstraße selbst führt hinunter ins Höhensteintal und erreicht bei Toblach das Pustertal.

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