Verlustmeldung


oder: Was hierzulande in der Bronzezeit so alles verloren ging

 

 

Neben dem Gehöft "Wohlmuthseder" in Giering wurde 1987 der größte bronzezeitliche Sammelfund Mitteleuropas gemacht (Fundort mit rotem Pfeil im Bild rechts).
 

Das Alpenvorland wies bereits im Keramikum (jüngere Steinzeit nannte man es früher, 3500-1800 v. Chr.) eine nennenswerte Besiedelung auf. Reichhaltige Funde wurden im Steyr- und Donautal gemacht. Berühmt sind die Felsbilder bei Spital am Pyhrn, welche sich oft in großer Höhe an heute schwer zugänglichen Orten befinden. Als Kulturpflanzen dieser Zeit finden wir Arten von Weizen, Gerste Hafer, Hirse und Erbse. Rind, Schaf, Ziege und Schwein waren bereits als Haustiere bekannt.

Gerade die Hochflächen zwischen den sumpfigen Tälern wurden auch schon für Ackerbau genutzt. Während zur Ackerlandgewinnung meist die Brandrodung angewandt wurde, wurden für die Erzeugung Bau- und Brennmaterial Steinwerkzeuge verwendet. Bei den meist Steinbeil genannten Stücken, die in unserer Umgebung schon öfters gefunden wurden, handelt es sich eigentlich um Setzkeile zum Spalten der Baumstämme.

Um 1700 v. Chr. setzt in Europa das Metallikum (die Metallzeit) ein. Der Mensch lernt die Bearbeitung des Kupfers kennen und es in der Folge durch Beigabe von Zinn zu härten. Die Bronzezeit beginnt. Der eindrucksvolle Depotfund von Sipbachzell/Giering – kaum 100 m von der Gemeindegrenze zu Sattledt entfernt – lässt auch für dieses Zeitalter ein höheres Ausmaß an Kultivierung vermuten als früher angenommen.
 


Das Bronzegefäß mit einem Teil des Inhaltes, ausgestellt im Sommer 2003 im Landesmuseum in Linz.
 

1987 glaubte der Landwirt Alfons Köbrunner vom Wohlmuthsedergut (im Volksmund "Humerdeder" genannt), Giering 6 knapp 40 m westlich seines Hofes einen großen Stein mit dem Pflug erwischt zu haben. Es war aber ein Haufen ,,grüner Kupferstücke und Blechreste", der sich nach näherer Untersuchung als der größte spätbronzezeitliche Sammelfund Mitteleuropas darstellte. Es handelte sich dabei um ein Bronzeblech-Gefäß von ca. 120 Liter Inhalt, in dem sich etwa 170 kg verschiedenster Metallteile und sog. Gusskuchen befanden. Die Teile haben altersmäßig eine starke Streuung. Sie wurden offensichtlich von einem Metallhändler gesammelt und hier vor etwa 3200 Jahren hier vergraben.

Um 800 v. Chr. wird der Beginn der Eisenzeit angesetzt, die neben der Eisenverhüttung den Salzbergbau als neuen wichtigen Erwerbszweig kennt. Die erste Periode der Eisenzeit wird getragen vom Volk der Illyrer. Nach dem Gräberfeld dieser Kultur bei Hallstatt sprechen wir von der Hallstattzeit.
 


Ein Teil des Inhaltes bestand aus gebrochenen und abgenützten Werkzeugen und Schmuckgegenständen.
 

horizontal rule

zuletzt geändert: 03.01.2007

[nach oben]     [einmal zurück]     [Homepage]