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Der Anfang in Oberösterreich |
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Im Jahre 1891
wurde bei Wels bei der Suche nach artesischem Wasser (bei dem das Wasser
durch einen Überdruck des Grundwassers selbsttätig aufsteigt) Erdgas
entdeckt. Aus dem in etwa 350 m Tiefe liegenden Vorkommen wurde bis 1990
in geringen Mengen Erdgas gefördert und für Heizzwecke – z.B. im allg.
Krankenhaus – verwendet. Vor dem 1. Weltkrieg waren um Wels über 100
"Gasbrunnen" in Betrieb. Spektakulär war der Unfall vom 6. Oktober 1894, als es bei der Bohrung der "Wolfsegg Kohlengewerkschaft" zu einem Gasausbruch kam und sich das Gas am Dampfkessel entzündete. Über mehrere Tage verbrannten tausende Kubikmeter Gas, ehe der nachlassende Druck und in das Bohrloch einstürzendes Erdreich dem Spuk ein Ende bereiteten. |
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| 1906 wurde in Leoprechting bei Taufkirchen an der Pram (nahe Schärding) ein in 120 bis 170 m Tiefe liegendes Schwerölvorkommen entdeckt. Während des 1. Weltkrieges wurden etwa 200 Tonnen Öl gewonnen und im Rohzustand als Schmiermittel für Luftschiffe verwendet. | ||||||||||
| Von 1944 bis 1952 wurden von der verstaatlichten "Pram-Erdöl-Explorations-Gesellschaft m.b.H." über 4000 Tonnen Öl gefördert. Die zähflüssige Masse konnte nur nach Einleiten von heißem Dampf sowie nach Einbringen elektrischer Heizer gewonnen werden. Aus über 124 Bohrungen wurde das Öl geschöpft und vornehmlich als Bitumen für den Straßenbau unter dem Markennamen "Prambit" verkauft. Etwa ein Zehntel des österreichischen Bedarfs konnte in den Nachkriegsjahren damit gedeckt werden. Die Förderung wurde schließlich wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt. | ||||||||||
| 1912 war die Österreichisch-Ungarische Monarchie dank großer Erdölvorkommen in Galizien (heute Westukraine) das drittgrößte Ölförderland der Erde. Es bestand somit keine große Notwendigkeit, in anderen Teilen des Reiches nach Erdöl zu suchen. Erst nach dem 1. Weltkrieg begann eine gezielte Prospektion. Während im Wiener Becken schon 1932 ergiebige Vorkommen erschlossen werden konnten, führten die zwischen 1932 und 1944 in Oberösterreich niedergebrachten Bohrungen zwar zu keinen wirtschaftlichen Lagerstätten, zeigten jedoch das grundsätzliche Vorhandensein von Erdöl und -gas an. | ||||||||||
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Der
Höhepunkt der Erschließungstätigkeit wurde 1970 erreicht, als die
Förderung in OÖ. auf über 350.000 Tonnen anstieg. Durch den
Ölpreisverfall in den 80er-Jahren wurde die Ölförderung hierzulande
unrentabel. Man konzentrierte sich vermehrt auf die Erschließung der
reichen Erdgasvorkommen des Alpenvorlandes. Diese liegen in
verhältnismäßig geringer Tiefe. Erst in letzter Zeit ist wieder - bedingt durch die hoher Ölpreise - eine stärkere Prospektionstätigkeit in OÖ. zu beobachten. Im westlichen Feld Voitsdorf wurden mehrere Bohrungen niedergebracht und bei Bad Hall im April 2000 ein neues Vorkommen erschlossen (in der Nähe wurde schon 1925 und 1955 erfolglos gebohrt). Im Winter 2006 gelang schließlich mit der Bohrung "Hiersdorf 1" bei Wartberg an der Krems in rund 2400 m Tiefe der größte Ölfund in Oberösterreich seit 25 Jahren. |
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Die Förderung in Sattledt |
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Etwa
1500 bis 2000 m unter
dem Gemeindegebiet von Sattledt
liegen insgesamt 5 Ölfelder, deren Erschließung 1970
begann. Am Höhepunkt der Ölförderung 1975 wurden aus etwa 30
Bohrlöchern rund 100.000 Tonnen Rohöl im Gemeindegebiet gefördert. Da sich das Ölfeld Sattledt – nach Voitsdorf das zweitgrößte in OÖ. – genau unter dem Ort befindet, ist Sattledt wie kaum eine andere Gemeinde in OÖ. durch die Ölförderung geprägt. Allerdings gehen die Reserven langsam zur Neige. |
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Im Gemeindegebiet
waren im Sommer 2003
noch 8 Pumpen in Betrieb, deren Förderung insgesamt weniger als 10.000
Tonnen jährlich beträgt. |
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In Sattledt wird
aber auch Erdgas gefördert. Einmal lagert auf den meisten Erdölfeldern
eine "Gasblase", zum anderen befinden sich große Gasvorkommen
in relativ geringer Tiefe (630 bis 1000 m). Die Förderung erfolgt derzeit
aus 8 Sonden im Gemeindegebiet, welche allerdings im Gegensatz zu den
Ölpumpen kaum in der Landschaft auffallen. Das Gas muss, bevor es in das öffentliche Netz eingespeist wird, noch von Begleitgasen (Propan, Schwefelwasserstoffe, Stickstoff, Kohlendioxid…) und Wasserdampf gereinigt werden, sodass fast reines Methangas an die Verbraucher gelangt. |
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Erschließung eines Erdgasfeldes bei Großendorf 1997: Die hier verwendeten Bohranlagen können bis Tiefen von 4000 m eingesetzt werden. Das weltweit meist eingesetzte Rotary-Verfahren beruht darauf, dass ein an einem langen Rohr – dem Bohrgestänge – ein Rollenmeißel (ein mit Zahnrädern besetzter Fräser) in Drehung versetzt wird. Durch das Bohrgestänge wird mit hohem Druck eine dicke Spülflüssigkeit nach unten gepresst. Sie tritt am Meißel aus, kühlt ihn und befördert das lose Gesteinsmaterial – Schmant genannt – nach oben. Die Dauer einer Bohrung bis zum Urgestein (hier etwa 2000m tief) würde etwa 20 Tage benötigen. Die Kosten würden sich auf eine Million Euro belaufen. |
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Weiter: Am Beginn des Erdölzeitalters |
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| zuletzt geändert: 15.01.2004 | ||||
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